Was war los im Naturschutzhof?

Tierische Unterstützung für die Streuobstwiese

Viele Spaziergänger im Wittmunder Wald haben es schon gesehen: Die Streuobstwiese neben dem Naturschutzhof hat neue Bewohner bekommen! Insgesamt vier Schafe und drei Lämmer, die der Familie Scharfenberger aus Lavay gehören, dürfen nun die Wiese beweiden und pflegen, denn das ist deutlich umweltfreundlicher als die Mahd. Immerhin wird Treibstoff gespart und die Insekten und Kleintiere überleben. Außerdem entsteht so wieder Platz für neue Pflanzen und die Artenvielfalt wird erhöht. Bei Sturm oder starker Sonne können sich die Texelschafe in einen neu bemalten Bauwagen verkriechen, der extra dafür auf der Streuobstwiese platziert wurde. Die beiden kleinsten Lämmer Heinzi und Heidi werden sogar noch zweimal täglich von Kay Scharfenberger oder Sohn Pelle mit der Flasche gefüttert. Und so ertönt immer mal wieder ein lautes „Määh!“ im Wittmunder Wald!

Genug zu tun am Naturschutzhof!

In diesem Jahr ist alles anders. Es ist schönstes Wetter, der Wald erwacht wieder aus seinem „Winterschlaf“. Und eigentlich sollten am Naturschutzhof fast jeden Tag Kinder herumtoben und den Frühlingswald entdecken. Das geht dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie aber nicht, alle Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Nach der ersten Enttäuschung stellte sich die Frage: Wie nutzen wir die frei gewordene Zeit sinnvoll?

Einerseits haben wir jetzt Zeit, den Hof und die Gebäude zu verschönern: Ein größeres Projekt, das wir nun angehen können, ist, den Holzfußboden im Blockhaus zu schleifen und neu zu lackieren (,was durchaus aufwändiger ist, als wir vorher vermuten konnten!) Auch draußen gibt es viel zu tun: Da wir im Winter mit Holz heizen, haben wir vergangenen Herbst eine riesige Holzlieferung bekommen, die wir nun zersägen und einlagern müssen, um in den nächsten Jahren damit zu heizen. Außerdem haben wir Zeit für einige Upcycling-Projekte gefunden: Eine alte Schubkarre konnten wir als Blumenbeet wieder verwendbar machen und aus Plastikflaschen wurde ein vertikaler Garten. Auch die Kräuterspirale konnten wir wieder zum Leben erwecken.

Für uns steht jedenfalls jetzt fest: Langeweile ist die Mutter der Kreativität!

Mit viel Frauenpower an die Motorsägen

Motorsägen-Führerschein der Niedersächsischen Landesforsten in Kooperation mit Naturschutzhof

„Vertrautheit im Umgang mit Motorsägen und Brennholz sicher sägen“, unter diesem Motto kann die Wochenendschulung am 13. Und 14. März zusammengefasst werden.

Nachdem im großen Seminarraum des Naturschutzhofes die Theorie über den Umgang mit der Motorsäge und deren Technik gelehrt wurde, ging es für den praktischen Einsatz in den direkt benachbarten „Schulungsraum Wald“. Die Fachleute vom Forstamt Neuenburg, Hans-Jürgen Ortgies und Michael Glase, hatten beim jetzigen Wochenendlehrgang zehn Teilnehmer. Diesmal mit viel Frauenpower von immerhin 40 %. Im praktischen Teil wurden die Fällung von Bäumen bis 25 Zentimeter Durchmesser, vor allem aber das fachgerechte Sägen von liegendem Holz geübt. Beim Erwerb von Brennholz in den Niedersächsischen Landesforsten ist der Nachweis eines solchen „Motorsägen-Führerscheins“ verpflichtend, wenn das Holz im Wald oder am Waldweg gesägt werden soll.

Bei diesem Lehrgang im Wittmunder Wald bot sich an, auch das Team vom Naturschutzhof mit zu schulen. Die Mitarbeiter freuten sich sehr über die Gelegenheit, denn die Bildungsstätte wird selbst überwiegend mit Holz geheizt, und große Berge von noch nicht zerkleinertem Brennholz warten auf die fachgerechte Zubereitung in den nächsten Wochen. „Wir sind begeistert über die gut laufende Kooperation mit den Landesforsten. Diesmal lernen wir eine ganz neue Facette der Umweltbildung kennen. Wir sind es heute nicht, die zusammen mit Forstleuten Waldbesucher oder Schulkinder unterrichten. Diesmal sind wir die Geschulten. Auch das macht riesigen Spaß“, so Dr. Johanna Umbach, Leiterin des Naturschutzhofes   – diesmal Lehrgangsteilnehmerin.    

Die Wildbienen können kommen!

Wer regelmäßig im Wittmunder Wald unterwegs ist, wird es schon bemerkt haben: Die Streuobstwiese gegenüber dem Naturschutzhof hat sich seit letztem Sommer stark verändert. Um mehr Licht zu schaffen, wurden unter anderem im Herbst einige Bäume gefällt. Außerdem konnte die Umwelt-AG der KGS Wittmund das Insektenhotel im hinteren Teil der Wiese sanieren, wobei ihnen der Bienenexperte Roland Eichenbaum mit Rat und Tat zur Seite stand. „Die Wildbienen finden immer weniger Nistplätze und Nahrung. Das liegt zum Beispiel an den Pestiziden“, wissen die Teilnehmer der AG nun.  So schnitten die Schülerinnen und Schüler Schilf, Stroh und andere Hohlstängel zurecht und stellten Lehmziegel mit Löchern her, damit nun für viele verschiedene Wildbienenarten die passende Nisthilfe dabei ist. Zum Schluss wurde noch das Dach erneuert. Das Hotel ist eröffnet!

Geballte Waldpädagogen-Power im Naturschutzhof!

Am ersten Märzwochenende fand der jährliche Waldpädagogen-Treff der Niedersächsischen Landesforsten für den Norden des Landes in Aurich statt, zu dem über 50 Aktive aus der ganzen Region kamen. Eine Gruppe von 15 WaldpädagogInnen besuchte den Naturschutzhof im Rahmen einer Exkursion. Johanna Umbach, die Leitung des Hauses, und Nicole Janssen, Waldpädagogin am Naturschutzhof, zeigten den BesucherInnen die Arbeit und die Bauprojekte des Hofes und erzählten aus der täglichen Arbeit. Anschließend ging es mit Birte Schmetjen zu einem achtsamen Spaziergang in den Wald. Bei Blätterrascheln, Baumkronengucken und den ersten Gesängen der Frühlingsvögel ließen sich die Teilnehmenden vom Wald verzaubern. "Sich einfach mal mitnehmen zu lassen und nicht selbst die Gruppe im Blick haben zu müssen, ist auch wunderschön. Ich konnte mich richtig entspannen", erzählte Johanna Umbach nach der Führung. Anschließend machte es sich die Gruppe bei Tee, Kaffee und Keksen in der Jurte gemütlich und sprach über neue Entwicklungen zu dem Themenbereich "Wald und Gesundheit" der Landesforsten.